Mit den Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft/ Berlin
Montag, 24. Mai 2010 | 20 Uhr | Im Moore 21, Raum A210 (Institut für Soziologie und Sozialpsychologie)

Durch die gut organisierte – und zum Teil international vernetzte – Arbeiter_innenbewegung, militant geführte Arbeitskämpfe, Generalstreikstreiks und der erfolgreichen Revolution im zaristischen Russland lagen die Hoffnungen der Linken bis Mitte des 20. Jahrhunderts auf dem Proletariat, das durch erfolgreichen Klassenkampf den revolutionären Umsturz der Gesellschaft herbeiführen sollte. Doch spätestens mit dem Nationalsozialismus wurden die Hoffnungen der (europäischen) Linken bitter enttäuscht. Das Proletariat war nicht nur nicht in der Lage den Nationalsozialismus zu verhindern, es wurde hingegen selbst zu großen Teilen zu treuen Nationalsozialist_innen. Heute ist von Klassenkämpfen – zumindest in Deutschland – nichts mehr zu sehen. Dies liegt nicht zuletzte an der Institutionalisierung von Gewerkschaften und neuen Formen neoliberaler Regierungsformen. Können Klasse und Klassenkampf daher am Anfang des 21. Jahrhunderts noch Konzepte sein auf die sich die (radikale) Linke beziehen kann?

Die Referent_innen der »Freundinnen und Freunde der klassenlosen Gesellschaft« aus Berlin werden versuchen zur Klärung dieser Frage beizutragen. Dazu werden sie ihre »28. Thesen zur Klassengesellschaft« vorstellen und sich daraus ergebende Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Veränderung mit uns gemeinsam diskutieren. Des Weiteren soll es in der Veranstaltung um das Konzept der »immateriellen Arbeit« und um eine Kritik an »postoperaistischen« Vorstellungen der Gesellschaft gehen.