Mit Peter Birke (Hamburg)
Montag, 26. April 2010 | 20 Uhr | UJZ Korn

Im Oktober 2004 legen in Bochum tausende Opel-Arbeiter_innen eine Woche lang die Arbeit nieder. Dezember 2005: 900 AEG-Beschäftigte in Nürnberg blockieren die Fertigung. Das Besondere: Diese Streiks sind weder gewollt noch kontrolliert von den Gewerkschaften des DGB. „Wilde Streiks“ sind in Deutschland immernoch seltene Ausnahmen. Der Hamburger Historiker Peter Birke untersucht mit den Wilden Streiks im Wirtschaftswunder ein doppelt „unsichtbares“ Feld. Arbeitskämpfe, die mitten in den satten Jahren der 1950er und 1960er stattfanden und die sich obendrein der Leitlinie von „Sozialpartnerschaft“ und der Kontrolle von DGB und Bossen entzogen. In einem Vergleich der Kämpfe in Westdeutschland und Dänemark spielt die Verbindung anderer Sozialer Bewegungen mit den Arbeitskämpfen ebenso eine Rolle, wie das Konfliktpotential einheitsgewerkschaftlicher Logik und Arbeiter_inneninteresse.

Unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stftung