Mit eSte & march. (Elektrischer Widerstand, Hannover) und Jan Gotti (Hannover)
Samstag, 08. Mai 2010 | 23 Uhr | UJZ Korn

Durch die Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands am 8.Mai mit all seinen UnterstützerInnen und VollstreckerInnen, wurde dem deutschen NS, einschließlich seines vernichtenden Antisemitismus, ein Ende gesetzt. Die Niederschlagung bedeutet daher die Befreiung der Opfer und GegnerInnen des Nationalsozialismus. Etwa den JüdInnen, Sinti und Roma, oder den SozialdemokratInnen, KommunistInnen und AnarchistInnen sowie allen anderen Verfolgten, welche in den Konzentrationslagern interniert waren. Für uns als AntifaschistInnen ist diese Befreiung und die Niederlage Nazideutschlands Grund zur Freude und Anlass genug am 8.Mai die Korken knallen zu lassen.
Seit einiger Zeit lässt es sich die Bundesregierung nicht mehr nehmen im Kreise ihrer internationalen Freunde die Befreiung vom Faschismus zu zelebrieren. Hierbei wird der Eindruck vermittelt der Faschismus sei einer Seuche gleich über Europa hereingebrochen und habe Not und Elend über alle Staaten gebracht. Somit wäre Deutschland auch als Opfer des Faschismus zu begreifen, was weiterhin eine Verdrehung vom Täter- zum Opferkollektiv darstellt. Ausdruck findet diese Verkehrung in der Formulierung, Deutschland und die Deutschen seien durch die Alliierten vom Faschismus befreit worden. Stattdessen bestanden faschistische Kontinuitäten in die BRD hinein, denn die Deutschen wurden nicht von den Nazis befreit, die Deutschen waren die Nazis.
Bei unserer Party zum 8.Mai geht es uns jedoch keineswegs darum die “Freiheit“ der deutschen Nachkriegsgesellschaft in Form der BRD abzufeiern. Diese “Freiheit“ bedeutet ein Leben in Konkurrenz in der alle gegen alle kämpfen müssen. Vielmehr fordern und kämpfen wir für die tatsächlich befreite, daher staaten- und klassenlose Gesellschaft.